HILFE, ICH BIN GENERALIST
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Wenn du hier schon länger mitliest weißt du, dass Generalistentum nichts ist, wofür man sich schämen muss. Auch, wenn die Spezialisten es ein kleines bisschen anders sehen.
Starten wir dafür mit einem kurzen Erfahrungsbericht:
Erst kürzlich hatte ich eine Diskussion mit einem Osteopathen. Ein Meister in seinem Fach mit tiefgreifender Expertise. Er hält das Wort “ganzheitlich” für brandgefährlich. Schließlich könne “niemand in allen Bereichen so tief drin sein wie er in seinem”.
Und recht hat er. Aber er hat eine Sache vollkommen übersehen: Ein Generalist versucht nicht überall auf dem Level eines Spezialisten zu sein. Das wäre anmaßend, dumm und unmöglich zugleich.
WIR ALLE KENNEN SIE,
die Krankheitsgeschichten. Von Experte zu Experte, von Spezialist zu Spezialist gehoppelt - und nichts ist besser geworden. Jeder versucht auf seine Art in seinem Spezialgebiet das Problem zu lösen. So kann ein Rundrücken selbstverständlich in der oberen Brustwirbelsäule seinen Ursprung finden. Nicht selten sind es jedoch eine leichte Fehlstellung der Hüfte oder Knöchel. Und manchmal liegt es einfach daran, dass der Bildschirm am Schreibtisch um 20° zu weit rechts steht.
Ein Generalist versucht nicht in Disziplin A besser zu sein als Experte A, oder in Disziplin B besser als Experte B usw. usf.
Ein Generalist versucht die Blindspots der einzelnen Spezialisten zu finden, um daraus ein vollständiges Bild zu machen.
Aber das muss ich dir nicht erzählen - schließlich bist du (vermutlich) ja auch einer von dieser Sorte.
Dein Problem ist wohl eher, dass du wenig bis keine Ahnung hast, wie du diese Gabe wertschöpfend einsetzt. Stimmt’s? 🙂
GEHEN WIR DAFÜR ZURÜCK ZUM URSPRUNG
Wir Menschen waren seit Anbeginn Generalisten. Spezialisten kamen erstmals in der neolithischen Revolution (ca. 10.000 v. Chr.) mit Sesshaftigkeit und Ackerbau zum Zug. Erstmals wurde Arbeitsteilung wirklich relevant.
Verschärft wurde dies in weiterer Folge in der industriellen Revolution im 18. und 19. Jahrhundert. Nach und nach wurde diese Entwicklung einfach 1:1 auf das Informationszeitalter übertragen. Schließlich - und das sind jetzt die Worte der Spezialisten - gibt es so viel Wissen - dadurch ist eine Spezialisierung zwingend notwendig.
Für mein Empfinden zu kurz gedacht.
GEHEN WIR DAFÜR VORWÄRTS IN DIE ZUKUNFT
Wer klar abgrenzbare Teilbereiche überblickt und in diesen eine klar zu benennende Tätigkeit erbringt ist hochgradig spezialisiert - und damit hochgradig fragil aufgestellt. KI, Geo Arbitrage und Co. setzten Spezialisten bereits heute in einigen Bereichen massiv zu.
Viele sind eine Gründung eines Software-Startups, ein Update einer KI-Applikation, einen Fingerschnipp davon entfernt, ernsthaft in Bedrängnis zu geraten. Alles, was tiefes, aber eng begrenztes Wissen erfordert, kann eine KI früher oder später schneller und billiger.
WAS SPEZIALISTEN DABEI ÜBERSEHEN
Der Wert deiner Fähigkeiten bemisst sich nicht anhand der einzelnen Teilbereiche, die du in der Tiefe verstehst. Selbst, wenn du Bereich A, B, C und D auf Weltklasse-Niveau spielst, bist du ein (perspektivisch sehr leicht austauschbarer) Spezialist.
Vielmehr geht es jedoch um die Schnittmenge eben dieser Teilbereiche. Ich bin nicht der größte Spezialist in Sachen Unternehmertum, Authentizität, Fitness, Ganzheitliche Gesundheit, Philosophie, Life Design usw. Aber es gibt sehr, sehr wenige Menschen auf dieser Welt, die in der Schnittmenge dieser Dinge besser sind als ich.
Und egal welche Teilbereiche du in deinem Generalisten-Dasein vernetzt: Kaum jemand, wir dir darin das Wasser reichen können. Kaum jemand, wird hier derartig gut Verknüpfungen herstellen, blinde Flecken entdecken und nachhaltige Lösungen entwickeln können.
BISHER GALT
“A Jack of all trades is a master of none.” Das war auch richtig so. Denn je tiefer die Spezialisierung, desto breiter auch der Burggraben um die eigene Verletzlichkeit. Doch in einer Zeit, wo über 8 Milliarden Menschen im Wettbewerb stehen und eine künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch ist, die jedes Wissen von allen Spezialisten dieser Welt hat, kann das keine nachhaltige Lösung sein.
ALSO GILT AB SOFORT
“… but oftentimes better than a master of one.” Es geht gar nicht darum, der oder die beste in x-beliebigen Teilbereichen zu sein. Vielmehr sollten wir uns, unsere Schnittmengen im Leben bewusst machen. Also jene Orte, wo sich Talente, Meta Skills, Interessen und Fähigkeiten so kreuzen, dass dein persönliches Monopol dabei herauskommt.
STELLT SICH NUR NOCH DIE FRAGE NACH DEM WIE.
Die Antwort auf das „Wie“ liegt nicht darin, eine neue Ausbildung zu machen. Sie liegt darin, deine eigene Identität zu kuratieren.
Hier sind die drei Schritte, wie du dein Generalisten-Dasein in ein unschlagbares Business-Modell übersetzt:
1. Die Inventur
Hör auf, deine Interessen als isolierte Hobbys zu betrachten. Schreibe alles auf, was du überdurchschnittlich gut kannst oder was dich obsessiv interessiert.
Fitness-Trainer gibt es wie Sand am Meer. Ein Fitness-Trainer, der die Philosophie der Stoa beherrscht und komplexe Marketing-Systeme für Ein-Personen-Betriebe baut, ist ein Markt von einer einzigen Person.
2. Die Suche nach dem „Roten Faden“
Frage dich: Welches Problem kann nur ich lösen, weil ich die Blindspots der anderen sehe? Der Osteopath sieht den Wirbel, der Ergonome sieht den Monitor. Du siehst das Lebenssystem des Kunden. Deine Aufgabe als Generalist ist es, die Punkte zu verbinden, die für andere gar nicht auf demselben Blatt Papier stehen.
3. Das Modell bauen
Wie monetarisiert man das? Selten, indem man seine Zeit verkauft. Viel eher geht es darum, diese Weltanschauung zu definieren und im zweiten Schritt über Begleitung, Content, Tools & Co. je nach Vorliebe einen Weg zur Monetarisierung findet.
Wenn du dieses Thema jedoch ernsthaft angehen möchtest, klick einen der untenstehenden Links. Ich freue mich auf dich!
In diesem Sinne: Bleib (oder werde) unangreifbar.
Bis nächste Woche,
-Manuel
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